Stellungnahmen - Treffpunkt Marienborn

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Marienborn Nord
Was passiert mit uns?!

Auf einmal steht unser gesamter  Stadtteil für viele Bewohner im Mittelpunkt des Gesprächs. Schuld daran ist die „Soziale Stadt“. Man teilte Marienborn in Süd und Nord auf. Marienborn Nord bedeutet natürlich vorwiegend das Wohngebiet „Am Sonnigen Hang“.

Nun muss man tätig werden, eine Begehung ist angesagt. Aber es ist doch eigenartig, Menschen die sich in Nord engagieren, über 2 Jahrzehnte dort leben, nein, diese spricht man nicht an, diese nimmt man nicht mit. Nein, ein eigenes Bild muss man sich machen! Richtig! Wie kann ich mir aber ein Bild von einem Stadtteil machen,  wenn ich vorher so gut wie nie dort war oder auch bin? Nur mal mit vielen Worten niedermachen, was bin ich doch so toll und das mache ich dann auch noch über das Internet und natürlich auch während des ersten Treffens nach der Veröffentlichung der Sozialraumanalyse, anlässlich der Stadtteil-AG bekannt.

Was waren wir als Bewohner des Sonnigen Hangs doch erstaunt über das, was bei uns so alles geändert werden muss, wo was im Argen liegt. Planungsfehler aus der Vergangenheit werden aus der Schublade gezaubert. Bei den Häusern ab Nr. 21 findet man nur schwer die Eingänge. Der Rasen und die Hecken sind ja so alt und überhaupt nicht grün (Besichtigung war Ende des Winters), außerdem werden diese nur gelegentlich geschnitten, mauerartige Grenzen, keine Freiflächen. Bedrohung und Angst für die Bewohner, besonders für Frauen und Kinder. Wohnungen werden gezielt von der Stadt angemietet um Sozialhilfe- und Wohngeldempfänger kostengünstig unterzubringen. Der Spielplatz ist verdreckt. Die Menschen identifizieren sich kaum mit ihrem Wohnquartier. Usw. usw.

Ich habe lange Ruhe gehalten. Aber jetzt reicht es mir! Ich bin 1984 im Herbst in eine sehr schöne Wohnung am Sonnigen Hang gezogen. Bereits damals rümpfte man die Nase wenn ich sagte, wo ich wohne. Zuerst war ich sehr verwundert, dann störte es mich nicht mehr. Es dauerte nicht lange und ich engagierte mich im Arbeitskreis am Sonnigen Hang, der Vorgänger des Treffpunkt Marienborn, dessen Vorsitzende ich bin. Vieles wurde seit Gründung des Arbeitskreises bereits durch meine Vorgänger erreicht, wie z. B. der Spielplatz, Briefkasten, Telefonhäuschen etc. Man traf sich und versuchte die Anonymität, die in jedem Hochhausgebiet der Welt vorhanden ist, zu durchbrechen. Es ist sehr schwer, auch wenn die Bewohner/innen sich sehr zurückhalten, aber sie wissen doch, wenn sie Hilfe benötigen, wohin sie sich wenden können. In Marienborn Nord leben mehr Menschen als in Marienborn Süd! Hochhäuser geben immer ein anderes Bild ab, als Ein- und Mehrfamilienhäuser. Aber deswegen sind die Menschen nicht schlechter. Ja, es gibt Dinge, die gefallen mir auch nicht. Aber ist denn alles rosa rot in den anderen Wohngebieten?? Die Hochhäuser bestehen alle aus Eigentumswohnungen. Menschen, die die Wohnungen gekauft haben, entweder als Geldanlage um zu vermieten oder die Eigentümer wohnen selbst darin. Die angrenzenden Grünflächen gehören der Eigentümergemeinschaft. Hausmeister kümmern sich darum, dass es sauber ist, die Hecken und Rasenflächen regelmäßig geschnitten werden. Als Spielplatzpatin kümmere ich mich um diese Anlage, habe Kontakt zu den Kindern und Eltern und nutze immer wieder die Gelegenheit, Gespräche zu führen. Einmal pro Woche hebe ich den Unrat auf, ohne groß darüber zu sprechen. Was halten Diejenigen davon, die sich beschweren, dass sie nicht zum Telefonhörer greifen, sondern sich bücken und das Papier, falls etwas dort liegt, aufheben und wegwerfen!

Betreffend des Billard-Bistros wurde schon viel unternommen und wir werden keine Ruhe geben, bis hier Ruhe eingekehrt ist. Da ich bedingt durch den Treffpunkt Marienborn immer wieder Kontakt zu dem Vermieter habe, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sich auch hier etwas ändern wird. Aber wie sagt man so schön, Rom ist auch nicht an einem Tag gebaut worden

Übrigens, es war mir überhaupt nicht bekannt, dass ich in einem „Wohnquartier“ lebe, ich dachte immer es sind Hochhäuser mit Menschen. Wie kann man von einem Zusammenleben zwischen Nord und Süd sprechen, wenn ich von Quartier und Süd rede? Oder in einem Satz von …….bis zur totalen Verslumung……..?

Wie hoch muss man stehen, wenn man auf andere Menschen so herabsehen kann!

Am Sonnigen Hang ist schon sehr viel zum Vorteil  der Menschen gemacht worden und ich freue mich sehr darüber, dass wir ab 2007 mit Unterstützung der Stadt weitere Verbesserungen vornehmen können. Leider haben wir den Zuschlag zur „Sozialen Stadt“ nicht erhalten, worüber ich mich sehr gefreut hätte. Wir gehen aber auch nicht leer aus! Soziales Engagement ist gefragt, nicht nur bekennend reden und fordern, wo nichts zu holen ist, sondern handeln (ehrenamtlich geht es auch!) heißt die Devise.

Wie viele andere Menschen, so lebe auch ich schon lange und sehr gerne am Sonnigen Hang in meiner Wohnung!

Liebe Sonnige Hang Bewohner und Bewohnerinnen, helfen Sie mit, dass unser Wohngebiet den nicht so guten Ruf verliert. Sie können mich ansprechen, oder mir einen Brief in den Briefkasten des Treffpunkts einwerfen, ich bin offen für alle umsetzbaren Vorschläge. Für Höhenflüge kann man mich allerdings nicht gewinnen.

Christiane Gerhardt

 
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